Über Pfadfinder
Inhalt:
- Film: Abenteuer Pfadfinden
- berühmte Pfadfinder
- Horst Köhler über Pfadfinder
- Die Pfadfinderbewegung
- Kleine Geschichte der Pfadfinderei
- LINKS über Pfadfinder
Dieser Film ist von unserem Bund, dem BdP... schaut ihn euch einfach an :-)
Tick, Trick und Track? Die berühmtesten Pfadfinder der Welt? Nein. Es gibt viel Berühmtere.
Harald Schmidt war Pfadfinder. John F. Kennedy auch. Genauso wie Hillary Clinton oder Norbert Blüm. Neil Armstrong - der erste Mensch auf dem Mond - trug bei seinem ersten Schritt auf dem Mond die Pfadfinderlilie, das Symbol der internationalen Pfadfinderbewegung, unter dem Raumanzug. Und sogar Horst Köhler war einmal Pfadfinder. Wer sonst so Pfadfinder war, seht ihr auf der Homepage des Celler BdP-Stamm.
Wieso sind denn so viele Pfadfinder so berühmt geworden?
Naja, ganz einfach: Pfadfinden bringt was für's Leben! Zum Beispiel:
- Entertainer/Moderator wie Stefan Raab: Sie haben gelernt vor der Gruppe zu sprechen, zu moderieren und zu unterhalten.
- Politiker wie Horst Köhler: Auch sie haben gelernt vor der Gruppe zu sprechen, zu überzeugen und vor allem Konflikte zu lösen oder gleich zu umgehen.
- Schauspieler wie Richard Gere: Als Gruppenleiter muss man notgedrungen auf vielen Lagern in eine andere Rolle schlüpfen und diese überzeugend darstellen.
- Musiker wie Paul McCartney: Auf Lagern und Fahrten ist Musik allgegenwärtig, nicht nur abends in der großen Runde, sondern auch am Tag singen wir Pfadfinder, spielen Gitarre oder denken uns eigene witzige Liedtexte aus.
- Sportler wie David Beckham: Um fit zu bleiben, spielen wir Pfadfinder viele Bewegungsspiele mit viele Laufen. Dies ist nie einem Leistungsdruck unterworfen und macht genau deswegen mehr Spaß.
- Astronauten/Forscher wie Neil Armstrong: Denn bei den Pfadfindern verliert man nie seine Neugier...
Die folgenden Zitate stammen allesamt von unserem Ex-Bundespräsidenten Horst Köhler:
- »Jungen und Mädchen lernen als Pfadfinder, eigenständig zu entscheiden und zu handeln, eigene Fähigkeiten zu erkunden und Verantwortung zu übernehmen.«
- »Sie gewinnen Selbstvertrauen, Respekt gegenüber Mitmenschen und Achtung vor persönlicher Leistung.«
- »Wir Erwachsenen, auch wir Politiker klagen so oft, dass Verständigung und Frieden nicht möglich ist. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder zeigen uns, wie einfach es geht. Sie sind ein gutes Beispiel«
- »Bei den Pfadfindern zählt der Einsatz, nicht die Herkunft. Hier zählt die Person, nicht das Portemonnaie«
Die Pfadfinderei ist mit 35 Mio. Mitgliedern auf der ganzen Welt die weltweit größte Jugendbewegung.
In nur 6 Ländern gibt es keine Pfadfinder, dies allerdings meist aus politischen Gründen: z.B.: Kuba oder China. In den restlichen Ländern der Welt (ca. 120) gibt es Pfadfinder; in kleineren Gruppen, also Pfadfinderverbände, die sich noch im Aufbau befinden; aber es gibt auch, wie in Deutschland, große Pfadfinderverbände. Die größten in Deutschland sind
- Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) - katholisch
- Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) - evangelisch
- Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) - katholisch für Mädchen und Frauen
- BUND DER PFADFINDERINNEN UND PFADFINDER (BdP) - interkonfessionell
Wir gehören dem BdP an, einem interkonfessionellen Pfadfinderverband. Wir sind also für jede Religion offen. :)
Die obigen 4 Verbände sind auch allesamt Mitglied in den Weltverbänden der Pfadfinder: WOSM (World Organisation of the Scout Movement) für Jungen und WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) für Mädchen.
Und obwohl dies jetzt vielleicht den Anschein hat, dass Mädchen und Jungen getrennt sind, ist dies zumindest in unserem Stamm nicht so. Für uns ist es wichtig, dass Jungen und Mädchen sich gut verstehen, zusammenarbeiten und gleichberechtigt nebeneinander existieren können!
Kleine (!) Geschichte der Pfadfinderei
Am 22.02.1857 wurde Robert Stephenson Smyth Baden-Powell geboren. Nach seiner Schulzeit, in
der er immer wieder durch die Natur gestreift war, ging er zum Militär. Er absolvierte seinen
Dienst in Indien und Afrika, wo er unter anderem junge Soldaten auszubilden hatte. Durch
bestimmte Taten wurde er zum Kriegsheld, seine Bücher wurden berühmt, auch in Deutschland.
Einziges Problem: Er wollte kein Kriegsheld sein.
Er ging 1901 in frühzeitigen Ruhestand und fand endlich Zeit, seinen Lebenstraum zu
verwirklichen: die Kinder und Jugendlichen von der Straße zu holen. Immer wieder war er schon
früher durch die Armenviertel Londons gestreift und von dem Elend und der Jugendkriminalität
überwältigt gewesen. Als Kriegsgegner und Pazifist wollte der spätere Lord of Gilwell sich
um diese Jugendlichen kümmern. So veranstaltete er im Sommer 1907 mit 20 Jungen aller
sozialen Schichten auf der Insel Brownsea Island das erste Zeltlager. Seine Ideen zur
Arbeit mit diesen Jungen hatte er zwar schon im Kopf, doch er wollte sie durch dieses Lager
bestätigt haben. Und da sie das wurden, schrieb er eines der wichtigsten Bücher der Pädagogik
des 20. Jahrhunderts: "Scouting for Boys"
Schon nach wenigen Jahren gab es Mädchenpfadfinder, initiiert von seiner Frau Olave, die
er auf einer Reise in die USA kennen gelernt hatte und die sich von seiner Idee absolut
begeistert gezeigt hatte.
Auch in Deutschland gab es schnell Pfadfinder. Dr. Alexander Lion und Maximilian Bayer hatten
ein Buch geschrieben und den Namen Pfadfinder ins Leben gerufen. Als Initiatorin der
Pfadfinderinnen in Deutschland ist Frau von Hopffgarten zu nennen, die ihrerseits ein Buch
für weibliche Pfadfinderei schrieb.
Die Pfadfinder in Deutschland hatten eigentlich immer zu kämpfen mit der Regierung,
so ganz gewollt waren sie vom Kaiserreich nicht. Die vielen kleinen Verbände wollten sich nicht
zusammenschließen und konnten so auch nicht in den Weltbund der Pfadfinder aufgenommen werden.
Im I. Weltkrieg mussten sie u.a. Postdienste an der Front tätigen. In der Weimarer Republik
hatte sich die Situation nur insofern verändert, als dass die Regierung ihnen eher wohlgesonnen
war als zuvor der Kaiser, immer noch waren es viele kleine Verbände, die nicht in den Weltbund
aufgenommen konnten. Trotzdem konnten einige Pfadfinder am ersten Weltpfadfindertreffen, dem
Jamboree 1920 in England teilnehmen.
Mit dem Beginn des III. Reiches änderte sich alles schlagartig: Pfadfinder wurden verboten,
etliche Versuche über gewisse, zweifelhafte Kontakte bis zu hohen Personen wie Göring oder Heß
wurden schließlich sogar die kirchlichen Verbände verboten. Die hohen Pfadfinder der damaligen
Zeit arbeiteten mit anderen im Untergrund weiter. Einige kämpften, andere ordneten sich dem
System unter. Viele Ortsgruppen traten mehr oder weniger freiwillig der Hitler-Jugend bei.
Nach Kriegsende wurden schnell wieder viele Verbände gegründet. Nach einiger Zeit schlossen
sie sich zu einigen größeren Verbänden zusammen (bspw. Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) und
Bund Deutscher Pfadfinderinnen (BDPi)).
Doch in den 70er-Jahren politisierte der BDP. Eigentlich sind Pfadfinder ja politisch
unabhängig. Doch die Führungsspitze des BDP begann sich bei Studentenprotesten zu engagieren.
Überall traten linke und linksextreme Gruppierungen dem BDP bei. Vielen normalen Mitgliedern
wurde es zurecht zu bunt (und zu wenig Bund). Trotz Zureden einiger normalen Führungspersonen
traten viele Gruppen aus und gründeten viele kleine Verbände, zusammengefasst im Deutschen
Pfadfinderverband (DPV). Diese "normalen Führungspersonen" waren vor allem die Gruppe um
Helmut Jung. Nach einer entscheidenden Vorstandswahl, die er verlor, trat er mit vielen Stämmen
aus und gründete den Bund der Pfadfinder (BdP). Nach Gesprächen mit dem BDPi, die zuvor auch
von der Politisierung des BDP "terrorisiert" worden waren, gründete man gemeinsam den
Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP).
Nachdem die Weltverbände den BDP wegen o.g. Politisierung ausgestoßen hatten, wurde der
neu gegründete BdP zusammen mit DPSG, VCP und PSG in die Weltverbände aufgenommen.
Man könnte jetzt noch viiiiel mehr schreiben, aber das würde den Rahmen definitiv sprengen!
Wer jetzt mehr über die Geschichte des Stammes wissen will, den müssen wir leider noch etwas vertrösten: Demnächst wird unter "Über Ata Ulf" etwas über die Geschichte unseres Stammes stehen.